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11.07.2010 - MMA Trainingscamp 2010

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MMA - Trainingscamp; 08. - 11. Juli 2010

Wie alle großen, oder in diesem Fall heiß ersehnten, Ereignisse, warf auch dieses Trainingscamp seine Schatten weit  voraus. In den letzten Wochen vor dem Termin gab es die ersten Gerüchte was für großartige Taten doch auf uns warteten, Sensei sprach von Überraschungen und  Gerüchte über Trainings-(Marter-)Geräte, die im Voraus zum Ziel geschafft würden, machten die Runde. Geschichten von knochenzermahlenden  Trainingseinheiten wurden mit großen Augen erzählt, die allen Beteiligten Gruselschauer über die Rücken jagten und  doch ein Grinsen im Gesicht hinterließen. Der wunderbare Sommer und die Heerscharen von Mücken taten das Übrige, um eine fiebrige Vorfreude, in der ein mulmiges Gefühl nicht fehlte, komplett zu machen. Jeder fragte sich, was uns nun wirklich erwartete und ob man es wohl durchhalten würde. Ich war jedenfalls überaus gespannt und hoffte inständig, nicht schlapp zu machen. Nun, wir wurden nicht enttäuscht und, damit das gleich klar ist, keiner hat schlapp gemacht. Eine Überraschung war, dass Reimar aus Hamburg mit von der Partie war und einige Trainingseinheiten übernehmen würde. Reimar unterrichtet in seinem Dojo  Brazilien Jiu-Jitsu, Goju-ryu Karate, Yoga  und ist Circular Strength Training (CST) Head Coach. Aus diesem Pool an Wissen konnten wir durch ihn einiges Neues kennenlernen.
Bei strahlendem Sonnenschein, jedes Stück Haut mit Sonnencreme LSF 100 versorgt und Mückenschutz obendrauf, setzten wir am Donnerstag in Dommitzsch die Boote in die Elbe. Es ging wunderbar los, Stefan und Mirko drehten ihr Boot schon beim Einsteigen erstmal unter Wasser und die erste Sonnenbrille ging verloren. Nasse Klamotten waren bei dem Wetter kein Problem, also war der Gaudi angeblasen. Wasserschlachten waren angekündigt und auch das sorgsamste Hinterherpaddeln  ließ einen nicht entkommen und so gingen doch Etliche über Bord. Selbst Sensei musste das Boot einmal unfreiwillig verlassen, was es wert war, die unvermeidliche Rache an dem Unbotmäßigen (Stephan) in Kauf zu nehmen. In Klöden angekommen bauten wir alle erstmal unsere Nester und gleich ging´s dann mit dem Training los. Sensei begann mit Wiederholungen am Boden, Reimar übernahm dann und führte die Techniken weiter. Ein Augenöffner waren die Lockerungs- und Beweglichkeitsübungen, die Reimar mit uns übte.  Es waren Bestandteile des oben genannten CST, das sich aus den Bereichen Prasara Yoga, Intu-Flow und Tacfit/ Clubell Training zusammensetzt. An dem Abend übten wir Bewegungen des Intu-Flow Programms, das der Mobilisation der Gelenke dient. Systematisch wird jedes Gelenk vom Kopf bis zu den Zehen einzeln und vollständig langsam bewegt, wobei der Schwierigkeitsgrad der Bewegung dem Vermögen angepasst wird. Die Gelenke werden durch die sanfte Bewegung dekomprimiert und besser mit Nährstoffen versorgt. Intu-Flow ist ein idealer Bestandteil eines Aufwärmtrainings. Zwar übten wir einfache Bewegungen, doch ich glaube jeder stieß in seiner Koordination, Kraft und Beweglichkeit an Grenzen. Aber es machte sehr große Lust auf mehr. Schon beim ersten Üben war zudem zu merken, wie positiv sich die Übungen auf den Körper und die Bewegungen auswirkten, selbst wenn nicht gleich alles perfekt war. Das Training war sehr intensiv und nur die immer lauter knurrenden Mägen und die vermehrte Tendenz, die Dinge doppelt zu sehen ließen ahnen, dass es doch ganz schön spät wurde. Trotzdem wurde der Grill noch angeworfen, damit auch ja alle satt würden. Für den Morgen war 8 Uhr Frühsport angesagt, wir krochen in die Zelte, bemühten uns die Mücken auszusperren und kuschelten uns mit den Ameisen  in unsere Schlafsäcke. Mit Laufsachen ausgestattet liefen wir dann am nächsten Morgen  los, die Sonne war schon zu dieser Zeit erbarmungslos, und Sensei nicht weniger. Und obwohl  sich das Feld auseinanderzog und manchen, wie mir, die Kraft für den Endspurt nicht mehr reichte, denke ich, dass wir uns ganz gut geschlagen haben. Das Laufen wurde ergänzt durch Kakie, Sit-ups, Reifen-und Makiwara-quälen und Liegestütze. Nachdem sich der Frühsport doch in ein handfestes Training ausgeweitet hatte, wurde erst der Klödener Riss  gestürmt und die Abkühlung im Wasser gnadenlos genossen und dann ging´s zum Frühstück, was auf Grund der fortgeschrittenen Zeit mit dem Mittagessen kurzerhand zum Brunch verschmolz.  Am frühen Nachmittag suchten wir uns ein halbwegs schattiges Plätzchen und Sensei leitete ein Pratzentraining. In Kombinationen übten wir exakte Technik, Beweglichkeit, Koordination, Reaktion, Kraft…also was das Wesen dieses Trainings ist und wovon man nicht genug bekommen kann. Man konnte sich bei diesem Training aussuchen, welchen zusätzlichen Schwierigkeitsgrad man gerne hätte, Sonne oder Mücken. Am Abend gab´s wieder Befreiungen aus der Guard, Backmount, Armbarrs und den Umo Plata. Auf Grund der Temperaturen behielten wir es bei, am Morgen lange zu trainieren und in der größten Hitze eine Pause zu machen. So begann das Training am Sonnabend früh gleich wieder auf den noch betretbaren Matten. Reimar übernahm das Training und nach den Lockerungsübungen aus Intu-Flow hatten wir eine wunderbare, sehr effektive, also überaus schweißtreibende, Erwärmung mit Übungen aus den Tacfit Programmen. Tacfit umfasst mehrere Programme an intensivem Intervalltraining. Verschiedene Bewegungssequenzen werden mit  und ohne Geräte trainiert, der Schwierigkeitsgrad wird dem Trainingszustand angepasst. Dreidimensionale Bewegungen trainieren funktionelle Kraft und Ausdauer. Die Sequenzen werden in einer bestimmten Zeit absolviert und nach einer kurzen Pause wiederholt, die Wiederholungen sind beliebig.  Wir trainierten neben einzelnen Übungen eine Reihe von 6 Übungen in einer Zeit von 17 Minuten und bekamen eine gute Vorstellung davon, was regelmäßiges Training dieses Programms bewirken würde.  Danach ging es am Boden weiter. Wir übten aus der Guard den Kimura, die Guillotine, Triangel choke in verschiedenen Varianten, verschiedene Armhebel und Würgen. Die Techniken wurden erst einzeln, dann mit Befreiungen, Übergängen und Kontertechniken geübt. Wir hatten viel Zeit für Wiederholungen, was sehr hilfreich war. Als die Sonne anfing die Matten zu erobern und der Hunger übergroß wurde, waren schwimmen im See, ausgiebiges Essen und Erholung angesagt. Die war dringend nötig, kam doch das nächste Training bestimmt. In Teams eingeteilt versammelten wir uns in der schönsten Hitze an den Matten---- auf den Matten wurden die Teams von den 300° C darauf beim Russian Sambo zusammengeschweißt, die Bilder sprechen Bände. Jedes Team bekam daraufhin seinen eigenen Baumstamm, der gemeinsam getragen werden sollte. Allerdings wusste keiner, außer Sensei, wie weit. Die Herausforderung war nicht nur die Last des Stammes und die Hitze, sondern dass wir irgendwie zusammen finden mussten, um ihn zu bewegen. Die Lösungen der Teams waren verschieden, es wurde abwechselnd getragen und auch gemeinsam, ein Team marschierte mit Kommando, um einen Rhythmus zu finden. Ich selbst konnte für mein Team nicht so viel zur Erleichterung beitragen, da ich hochspringen musste, um Kontakt zum Stamm zu haben. Also erschwerte ich das Los der Träger, indem ich mich auch noch auf den Stamm setzte. Sensei gefiel die Idee so gut, dass  am Ende jedes Team seinen Reiter bekam. Ziel unseres Laufs war der See, wo das Training weiterging, der Stamm wurde geworfen, gehalten, geschlagen und wir machten darauf Liegestütze. Als die Pause kam, sah ich bereits alles doppelt. Allerdings sollte es ja noch mit Balance4move weitergehen. Jörg war mit seinen Geräten als weitere Überraschung  zu uns gekommen, um  mit uns zu trainieren. Wir zogen unsere Runden durch die Geräte: Kettlebells, Seil, Hammer und Reifen, Springseil, Sandsäcke… Diese Einheit war hammerhart. Und hätten wir nicht alle zusammengestanden und uns gegenseitig motiviert, wären wohl kaum über 3 h Training zusammengekommen. Wir waren alle sehr froh und auch stolz, als wir es geschafft hatten. Beim Baden danach waren wir alle schon wieder bereit für diverse Schandtaten und hatten ziemlichen Spaß. Abends gab´s natürlich Fußball. Stefan hatte es geschafft, für die Pankreaten eine Einladung bei netten Leuten zu bekommen, die gleich am Schloss wohnten und ausreichend Platz hatten. Es war so nett, dass bei dem Pratzentraining am späten Abend, dann nur noch 6 Leute mitgemacht haben. Es war schön, dass die lockere Stimmung das dann zuließ, schließlich hatten alle sehr hart trainiert. Am Sonntag, zum letzten Training, machten wir am Boden mit Würge- und Kopfhebel aus der Backmount weiter, also Mata leon, Triangel choke, Armbarr und Neck crank. Den Abschluss bildeten zwei letzte Runden Bodenkampf… und dann hatten wir das Trainingswochenende geschafft. Es hieß nun zusammenräumen, einpacken, Matten verladen. Alle halfen mit und dann ging´s ab auf die Elbe. Das mittlerweile zum Kult gewordene Mittagessen in Gallin lockte zwar, doch hielt es uns nicht davon ab, uns gegenseitig ins Wasser zu befördern und die Bote zu klauen. Am Ende in Wittenberg angekommen blieb ein tolles Gefühl. In diesen Tagen sind wir zusammengewachsen, haben unglaublich viel gelernt, sind an unsere Grenzen gegangen, haben die  wunderbare Umgebung genossen, haben viel gelacht und hatten jede Menge Spaß… das ist, glaube ich, alles, was eine richtig gute Zeit haben muss.


Eure Luise


MMA Trainingscamp 2010 Video


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 Kommentare


Michi schrieb am 11.07.2010:

Alter Verwalter, was ein hammer Paddel und Fightingwochenende...Dieser Text wird heute wohl meine letzte Aktion bleiben bevor ich mich schlafen lege.
An alle die nicht dabei waren...Ihr habt etwas unvorstellbar tolles verpasst.
An alle die dabei waren... Danke für die tolle Zeit.
Raimar und Jörg waren erste Sahne...
Training= erste Sahne
Paddeln= NASS....wie sollte es auch anders sein bei dem tollem Wetter...

Nun, jetzt bleibt mir nur noch eins zu sagen, ein Zitat von einem guten Bekannten...
,,Pancreaten und Luisidaz!...Was ist euer Handwerk?
,,Ahou,Ahou,Ahou!!!!

Paule schrieb am 11.07.2010:

Micha du nimmst mir meine Worte weg

also es war ein genailes wochenende
dankeschön an alle für das training und das tolle miteinander

danke Sensei danke Raimar danke Jörg
und auch ein dank an das Pancreaten Team

Luisidas schrieb am 11.07.2010:

Was soll man dem noch hinzufügen, was Paul und Micha über dieses unvergessliche Wochenende (an dem ich u. a. gelernt habe, auf einem Baumstamm zu reiten :D)schon gesagt haben? -- So war es!-- Vielleicht noch, dass unser Sensei allererste Sahne war, ist und bleiben wird!
Und dass es super war, mit Euch zu trainieren, Männer!!!

Nun also, morgen, 18.30 Uhr, freies Training...

Pati schrieb am 12.07.2010:

Ich bin heute morgen aufgewacht, es war gegen 8 uhr, und wollte mich zum Training fertig machen, da musste ich feststellen, das ich zuhause im bett lag. Ich dache mir dann, wenn ich jetzt los liefe, wäre ich pünktlich zum nachmittagstraining da :-D

..das waren hammer Tage, welche Leonidaz selbst nicht besser organisieren könnte, vielen Dank, Sensei und ich hoffe, nächstes jahr kommen doppelt so viele Pancreaten mit.

..und danke auch an Luisidaz, Stephan, Stehpan, Philipp, Mirco und Shibbi, die mir mit unserer kleinen hinterdenbotenverstekaktion den größten lachanfall geschenkt haben, den ich glaube jemals hatte. :-)

..Abschließend möchte ich nur noch schreien:

..PANCREATEN UND LUISIDAZ
..WAS IST EUER HANDWERK !!?

Stephan.Z. schrieb am 12.07.2010:

Was für ein Wochenende…!!:-))
Ein ganz großes DANKE an Sensei, Reimar, Jörg und natürlich an euch, meine Pancreaten-Krieger.
Ich bin stolz, einer von euch zu sein.
„Wir Pancreaten sind direkte Nachfahren von Herakles. Wir treten niemals den Rückzug an, geben niemals auf. Es kann für uns auf Erden keine größere Ehre geben, als auf dem Schlachtfeld zu sterben. Pancreaten- die besten Kämpfer, die die Welt je gesehen hat.“
Je mehr ihr Schwitzt, je weniger blutet ihr in der Schlacht…
„Auh Auh Auh“

Stefan Lindau schrieb am 12.07.2010:

Männer und Luisidaz, ich kann mich euren Kommentaren nur anschließen und darauf ein

Ahou,Ahou,Ahou

Schieby schrieb am 13.07.2010:

Ick fands dufte!

Vohin beim Mittag sind Philipp und ich darauf gekommen, dass wir bestimmte nicht gerade unwichtige Details wie die Übungen mit dem neuen Shu-Ha-Ri-Standardtrainingsgerät "Baumstamm" bei über 80°C im Schatten überhaupt nicht erzählen können, da der Gesprächspartner, der dies nicht erleben durfte, wohl möglich denkt, dass wir nicht alle beisammen haben ;-)

THX an euch alle, jeder trug mit seiner Leidenschaft, dem Willen zur Kameradschaft und Kampfgeist zu diesem unvergesslichen Wochenende bei. Schweiß, Blut (meist durch das Erschlagen von Mücken), das Überschreiten von persönlichen Grenzen und jede Menge Fun. Der Hammer!

Ich könnt mich immer noch wegschmeißen, wie wir alle hinter den Boten schwimmen und die Bucht verpassten! Tohuwabohu :-) Total klasse! Und auch hier zeigte sich (um nur EIN Beispiel zu nennen), alle waren am Ende, total fertig, trotzdem halfen Luisidaz und Stephan uns aus der Patsche und zogen 4! Boote entgegen der Strömung an den Strand!

Am Samstag formulierte der Bundesverdienstkreuzträger Jogi Löw es sehr trefflich: "Ein Team kämpft nicht MIT einander, vielmehr FÜR einander!"

Danke euch allen!

With it or on it

der Schieby

P.S.: Ich bin für eine MMA-Pancrase-After-Paddelweekend-Trainingslager-Survival-and-Revival-Einheit am Freitag ;-)


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