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Wie kann man sich trotz langjährigem Training immer neu motivieren?

 
Um sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, muss man sich zuerst einmal die Frage stellen, was Motivation überhaupt bedeutet. In der Literatur finden sich zahlreiche Definitionen, von denen uns diese die treffendste erscheint: "Motivation (lat. motus = Bewegung) ist aktivierte Verhaltensbereitschaft einer Person im Hinblick auf die Erreichung bestimmter Ziele. Die Aktivierung der Motivation erfolgt immer über Emotionen, wobei positive Emotionen die Motivation erfolgreicher und nachhaltiger beeinflussen als negative Emotionen."
Diese Begriffsklärung lässt sich auch in vielerlei Hinsicht auf das Karatetraining übertragen. Beginnen möchten wir unsere Betrachtungen mit der Analyse der Gründe, aus denen man das Studium des Karate aufnimmt. Natürlich variieren diese durch gegebene äußere und innere Umstände. Ein Kind, das sich für das Karate interessiert, wird sicherlich andere Intentionen haben, als ein Jugendlicher oder ein Erwachsener, denn es wird sich vorrangig an den zahlreichen Actionhelden aus Trickfilmen und -serien  orientieren und diesen nacheifern wollen.

Dabei ist auch klar, dass ein Kind möglichst schnell und ohne große Mühen dieses Ziel erreichen will. Allerdings sieht der Trainingsalltag oft anders aus, denn Kihon bildet nun mal die unersätzliche Basis für alle nachfolgenden und auf ihr aufbauenden Techniken. Daher ist es wichtig, dass der Unterricht durch kleine Spiele oder Herausforderungen- welche mit den oben beschriebenen positiven Emotionen gleichzusetzen sind- immer interessant aber trotzdem lehrreich bleibt. Dies ist sehr wichtig, da die Jüngsten die Zukunft unserer Schule sind. Dennoch hören viele Kinder nach kurzer Zeit mit dem Training auf. Das liegt meist daran, dass es nicht der Wille der Kinder war, Karate zu trainieren, sondern der der Eltern. Oft wird das Training als eine Art Erziehungshilfe angesehen, durch die die Kinder Disziplin und Respekt entwickeln sollen. Sicherlich sind diese Eigenschaften elementare Bestandteile der Kampfkunst. Dennoch muss ein Schüler gewillt sein, diese zu erlernen, indem er sich dem Lehrer anvertraut und ihm Folge leistet. Diese Bereitschaft entsteht allerdings nur dann, wenn das Kind aus freien Stücken und eigenem Willen das Karatetraining aufnimmt, also aus der oben genannten Motivation, lernen zu wollen, denn diese kann nicht von den Eltern erzwungen werden.

Kommen nun also Eigenmotivation der jungen Schüler und die Fremdmotivation durch den Lehrer zusammen, dann ist es wahrscheinlich, dass der Schützling nach und nach zu der Einsicht gelangt, dass er durch fleißiges Training zu höherer technischer Reife  gelangen kann. Er geht also von der anfänglichen Intention ab, seinen Idolen nachzueifern und findet dadurch mehr zu sich selbst. Das wiederum führt zu einer neuen Ebene der Motivation, die wertvoller und auch beständiger ist.

Doch nicht nur den Kindern, sondern auch den Jugendlichen scheint es an Trainingsbegeisterung zu fehlen. Wie wäre es sonst zu erklären, dass sich gerade die Zahl der Jugendlichen immer weiter dezimiert? Dies ist kein spezifisches Phänomen des Karate, sondern ein Problem, von dem auch viele andere Sportarten betroffen sind. Es gilt nun zu klären, weshalb so viele junge Menschen Ihren Hobbies nur oberflächlich, oft sogar gar nicht mehr nachgehen. Der  wohl ausschlaggebendste Punkt ist ohne Zweifel die Pubertät. In diesem Alter verändert sich nicht nur der Körper maßgeblich, sondern es werden auch Prioritäten neu gesetzt. So werden zum Beispiel Freunde und das andere Geschlecht über die Schule und Hobbies gestellt. Man hängt lieber mit Freunden ab, als dem Training nachzugehen. Nicht umsonst wird die heutige Jungend oft als "Null-Bock-Generation" bezeichnet. Deshalb ist es auch bei Jugendlichen sehr wichtig, dass das Training nicht langweilig wird und immer eine besondere Herausforderung bietet. Als Motivation können hier Vorbilder dienen, wie zum Beispiel der Lehrer oder auch ältere Schüler innerhalb der Gruppe. Auch die anspornende Wirkung von Wettkämpfen ist nicht zu verachten. Weiterhin kann auch die Aussicht auf eine höhere Graduierung den Trainingseinsatz erhöhen. Dies alles kann allerdings nur funktionieren, wenn der Schüler von Anfang an vermittelt bekommt, dass Erfolg nur durch fleißiges und vor allem regelmäßiges Training erreicht werden kann. Wenn diese Einsicht vorhanden ist, ist damit der Grundstein gelegt, für ein selbstständigeres Üben, zu dem man sich immer wieder selbst neu motivieren kann, um seine Ziele zu erreichen. Oft fehlt es auch an Verständnis für die Essenz der Techniken. So wird eine scheinbar simple Technik schnell langweilig, wenn man aufgrund mangelnder geistiger Auseinandersetzung, ihre Vielseitigkeit nicht erkennt. Um lange motiviert zu bleiben ist es also wichtig, sich nicht nur physisch, sondern auch geistig mit dem Karate zu beschäftigen. Dieses Interesse sollte der Lehrer durch ein kontrastreiches und niveauvolles Training wecken. Man kann also erkennen, dass die Motivation für das Training, sowohl von den Lehrern, als auch von den Schülern ausgehen muss. Sie kann von Seiten des Lehrers, durch das vermitteln neuer Techniken, bzw. höherer Formen, von Seiten des Schülers aus durch Einbringen von Fragen und Anregungen entstehen. Die Tatsache, dass viele Jugendliche trotz mehrjährigem Training plötzlich aufhören, ist sicher dem Fakt geschuldet, dass sie erkennen, dass es mit zunehmendem Reifegrad immer wichtiger wird, selbstständig an Techniken zu forschen und sie zu ergründen. Dies bildet eine Hürde, die viele nicht bereit sind zu nehmen.         
Bei Erwachsenen hingegen sieht die Situation anders aus. Entweder, sie sind schon so lange dabei, dass die Stufe des eigenständigen Motivierens schon erreicht ist, oder sie kommen als Anfänger aus eigenem Willen zum Training und brauchen dadurch keine großartige Motivation durch den Lehrer. Diese wird nur nötig, um sie beim Training an die eigenen Belastungsgrenzen zu bringen. Natürlich muss sich das Training dann auch anders gestalten, als bei Kindern und Jugendlichen. Viele kommen mit dem Ziel zum Training, die eigene Fitness zu verbessern und die Fähigkeit sich selbst zu verteidigen zu erlangen, was auch keine schlechte Art der Trainingsbegeisterung ist. Allerdings kann hier eine Regelmäßigkeit durch Beruf und Familie nicht immer eingehalten werden. Bei erwachsenen Karateka ist es aber möglich, mehr an der Kihon zu arbeiten und  diese zu verfeinern, da der Wille nach immer neuen Techniken nicht so im Vordergrund steht, wie bei anderen Altersklassen.
Die wohl zahlreichsten Möglichkeiten, sich zu motivieren, hat ohne Frage der erfahrene Schüler und ganz besonders der Lehrer. Denn auch die Weitergabe von eigenem Wissen und Können, kann und sollte aus persönlicher Motivation geschehen. Durch die Aufgabe, andere zu unterrichten, erhält man neue Anstöße, seine Techniken neu zu erforschen, da man immer wieder neu beobachten kann, dass jeder Schüler in gewisser Weise sein eigenes Karate hat. Man beginnt sich tiefsinniger mit den Techniken zu befassen und entdeckt immer neue Fassetten im Training. Auch durch die Vorbildwirkung wird man angehalten, sich immer weiter zu verbessern. Mit dem zunehmenden Reifegrad ergeben sich auch bei Lehrgängen Möglichkeiten, bei den renommiertesten Lehrern der Welt zu trainieren und damit das eigene Studium des Karate zu bereichern. Mit zunehmender Reife des Schülers, verändert sich auch die Art des Trainings; es wird anspruchsvoller und man bleibt sowohl durch tiefere Interpretation von bereits bekannten Techniken, als auch durch das Erlernen neuer Techniken motiviert. Gerade die eigene Auseinandersetzung mit dem Karate ist es, durch die man auch in hohem Alter immer neue Seiten an der Kampfkunst entdecken kann. Hier trifft also ein Satz zu, den unser Lehrer oft benutzt: "Karate endet nie."
Zusammenfassend bleibt also zu sagen, dass es verschiedene Arten von Motivation gibt. Zum Einen wäre da die kindliche, kurzlebige Motivation des Nacheiferns von Idolen. Dazu zählen auch Rachegedanken, die zwar eine starke Motivation bilden können, aber am Sinn der Kampfkunst vorbei führen und somit nicht brauchbar sind. Die andere Rubrik bilden beständige und wertvolle Motivationen, wie zum Beispiel, das Streben nach technischer Reife und Perfektion und die Weitergabe von eigenem Wissen und Können an andere. Um viele Jahre motiviert zu bleiben, bedarf es also guter Anleitung durch den Lehrer und Konsequenz beim Training. Diese Kombination macht es möglich, dass man sich ab einer bestimmten Reife selbst motivieren kann.

Juli 2008   David Hille + Patrick Schreyer




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